Quer-Verweis

Die leidigen Kettenbriefe

Die E-Mail hat unsere Arbeitswelt um eine wertvolle Kommunikations-Alternative bereichert ...

Die E-Mail hat unsere Arbeitswelt um eine wertvolle Kommunikations-Alternative bereichert. Doch hat sie durch Viren und anderen "Müll" auch schon für viel Ärger gesorgt. Die abgemilderte Form von bösartigen Viren sind Kettenbriefe, und zwar von Leutchen, die tatsächlich daran glauben, daß, wenn man diesen Brief 75mal weiterleitet, Nokia eines seiner leistungsstärksten Mobiltelefone sponsert, weil das Unternehmen auf diese Art und Weise eine PR-Kampagne gestartet hat. Einem der führenden Handy-Hersteller solche Marketing-Maßnahmen zuzutrauen, ist nichts anderes, als eine Ansiedelung am Abgrund der Dummheit. Noch dramatischer ist die Geschichte des armer kleinen Mädchens in Arkansas, das todkrank zur Welt gekommen ist und nur genügend Geld für eine OP zusammenbekommt, weil Bill Gates für jede weitergeleitete E-Mail 100 US-Dollar zahlt. Auch AOL greift angeblich tief in die Tasche und überweist für jede weitergeleitete Mail einen Euro auf das "Kleine hungernde, arm-, bein-, eingeweide-, elternlose, Doppelohren-Jungen-aus-Baklaliviatlalaga Spendenkonto". Zu beachten ist auch immer die Anmerkung "Dieser Brief ist nicht wie alle anderen, dieser Brief ist wahr". Genauso wahr, wie der Brief, der vor ein paar Tage unsere Redaktion erreichte und in dem es hier "Wehren Sie sich gegen GEZ-Gebühren; die GEZ erzielt mit den Beiträgen einen Gewinn in Milliardenhöhe, beantragen Sie Gebühren-Erlaß." Eigentlich hat nur noch die Anmerkung gefehlt: "Wenn Sie diesen Brief weiterleiten, kommt Elvis zurück". Diese Anmerkung ist nicht wie all anderen, sie ist wahr.

[gesehen in: PoS-Mail August 2002]

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