Glossar: Programmierung
A
Ableitung
Eine Klasse A ist Ableitung einer Klasse B, wenn B Basisklasse von A ist. Ist Klasse B eine reine (abstrakte) Schnittstellenklasse, wird A als Implementation von B bezeichnet
Abstrakte Klasse
Nicht instanziierbare Klasse mit partieller Implementierung, die nur als Basisklasse im Rahmen der Implementierungsvererbung verwendbar ist. Eine abstakte Klasse kann - wie eine Schnittstelle - abstrakte Elemente (Methoden) deklarieren, die eine abgeleitete Klasse implementieren muss, wenn sie instanziierbar sein soll
B
Basisklasse
(1) Datentyp, der als Grundlage für die Implementation eines neuen Datentyps fungiert. Der neue Datentyp erbt die Ausstattung der Basisklasse.
(2) Klasse in der Vererbungslinie einer Klasse
D
Destruktor
Spezielle Methode, die aufgerufen wird, um die von einem Objekt belegten Ressourcen freizugeben und es abzubauen
DTD
»Document Type Definition« - eines der Möglichkeiten, Elemente eines XML-Dokuments zu deklarieren
E
Eigenschaft
Öffentliches Datenfeld einer Klasse, bei dem Lese- und Schreiboperationen über (implizite) Aufrufe von get- und set-Methoden ausgeführt werden
F
Funktion
Funktionen sind Sammlungen von vorgefertigten Anweisungen für den Computer zur Lösung bestimmter Aufgaben, zum Beispiel Formeln
I
Implementierungsvererbung
Vererbungsart, bei der eine bestehende (Basis-)Klasse ihre gesamte Implementation als Grundausstattung für eine neue Klasse (abgeleitete) KLasse zur Verfügung stellt
Instanz
Konkretes Exemplar einer Klasse; auch synonym für Objekt gebraucht
Instanziierung (einer Klasse)
new-Operation, die ein Objekt der Klasse erzeugt und den Aufruf des Konstruktors beinhaltet
Instanzkontext
Umfasst alle nicht statischen Elemente (= Datenfelder und Methoden) einer Klasse. Jedes Objekt wird bei seiner Instaziierung mit einem eingenen Instanzkontext ausgestattet. Die Methoden eines Objekts oprieren im Allgemeinen über den objekteigenen Datenfeldern
Interface
Schnittstelle. Spezieller Klassentyp, der eine oder mehrere Methodendeklarationen formal zu einem Datentyp zusammenfasst. Eine Klasse kann eine Schnittstelle als Basis verwenden und geht damit die Verpflichtung ein, Implementationen der Methoden bereitzustellen. Eine Schnittstellenklasse kann statische Methoden ebenso wie virtuelle Instanzmethoden vereinbaren und auch Eigenschaften
K
Klasse
Datentyp. Gelegentlich wird zwischen struct-Klassen und class-Klassen unterschieden. Erstere werden auch als Strukturen bezeichnet und zählen zu den Werttypen. Letztere entsprechen dem üblichen Klassenbegriff und zählen zu den Referenztypen. Eine Klassendefinition kann neben Datenfeldern und Methoden auch Konstanten und die Definition untergeordneter Datentypen umfassen
Klassenkontext
Eine Klasse kann statische Elemente (Datenfelder und Methoden) definieren, die beim ersten Aufruf der Klasse einmalig angelegt werden. Der Klassenkontext ist über den Klassennamen verfügbar, unabhängig davon, ob Objekte der Klasse existieren
Konstruktor
Spezielle Methode, die zusammen mit new aufgerufen wird, um ein neues Objekt zu erzeugen. Zur Grundausstattung einer jeden Klasse gehört jeweils ein generischer Konstruktor für den Klassen- und den Instanzenkontext. Ergänzend können Überladungen für spezielle Initialisierungen definiert sein
Kontrollstruktur
In einer Kontrollstruktur legt der Programmierer eine Reihenfolge für die Abarbeitung von Befehlen fest. Er bestimmt zum Beispiel, ob eine Gruppe von Befehlen mehrfach wiederholt werden soll
M
Member
Mitglied. Für andere Objekte sichtbare Elemente einer Klasse bzw. eines Objekts (öffentliche oder geschützte Schnittstelle)
Methode
Funktion oder Prozedur mit Bezug zu einem Instanz- (Objekt) oder Klassenkontext (Klasse)
O
Objekt
Instanz einer Klasse
P
Prozedur
Eine Prozedur ist eine Handlungsanweisung für den Computer. Programme enthalten meist asehr viele Prozeduren, um die verschiedenen Kommandos des Anwenders ausführen zu können
Q
Quelltext
So wird der Text genannt, in den ein Programmierer alle für ein Programm erforderlichen Anweisungen schreibt. Der Quelltext ist immer in einer Programmiersprache geschrieben, also verständlich für Menschen, die diese Sprache beherrschen
S
Schnittstelle
siehe Interface
Schnittstellenvererbung
Eine Klasse verwendet eine oder mehrere Schnittstellenklassen als Basis. Die Klasse geht damit die Verpflichtung ein, alle Elemente der Schnittstellenklasse(n) zu implementieren
Ü
Überladen
(engl. overload) Definition mehrerer Varianten einer Methode mit gleichem Namen, aber unterschiedlichen Parameterlisten (= Signaturen). Eine Klasse kann auch Methoden überladen, die sie von der Basisklasse ererbt hat
Überschreiben
(engl. override) Ersetzen einer von einer Basisklasse ererbten Methode durch eine klasseneigene Implementatierung
V
Variablen
Variablen dienen als Platzhalter für zu speichernde Informationen. Damit die Informationen im Speicher richtig zugeordnet werden können, benötigen die Variablen im Quelltext einen eindeutigen Namen
Vererbung
Mechanismus, der es ermöglicht, dass ein neuer Datentyp die Implementation (Implementierungsvererbung) und/oder Spezufikation (Schnittstellenvererbung) anderer Datentypen als Ausgangsbasis für seine Implementation verwendet
Virtuelle Methode
Abart des Überschreibens von Methoden (virtuelle Vererbung, Polymorphie), die garantiert, dass unabhängig vom Datentyp der Objektvariablen immer die zu dem jeweils gebundenen Objekt gehörige Variante einer überschriebenen Methode zur Ausführung kommt
X
XML
Extended Markup Language - erweiterbare Auszeichnungssprache. Motiviert von Fortführung des HTML-Konzepts dient diese Auszeichnungssprache hauptsächlich dem Austausch und der Speicherung von Daten und Informationen im weitesten Sinne. Durch ihre einfache Grundstruktur, die aber äußerst flexibel komplexe Datenstrukturen beschreiben kann, ist sie zum Kernkonzept beim Transport von Informationen im Web geworden
XPath
Eine Sammlung von Achsen und Funktionen - Hilfmittel, die Elemente eines XML-Dokuments aufzufinden
XSD
XML Schema Definition Language, mit der sich differenziertere Deklarationen für XML-Elemente formulieren lassen
XSLT
XML Stylesheet Language for Transformation, ein Sprachstandard, mit dem sich Prozeduren zur Bearbeitung von XML-Dokumenten kodieren lassen





